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Reisebericht zur Thailand / Myanmar Reise
Reisebericht zur Thailand / Myanmar Reise

10.01.2005 - 24.01.2005

Inhalt:

Links:
Myanmar Musik zum reinhören

Asienkarte

Map of Myanmar

Vorwort:
Da wir begeisterte Asien Liebhaber sind, beschlossen wir, ein weiteres Land kennen zu lernen. Vor allem aus Zeitgründen beschlossen wir, nur eine 5 Tage Rundreise fix und fertig zu buchen, und diese mit einen paar Tagen vorab in Bangkok und danach etwas Badeurlaub abzuschließen. Im Nachhinein hätten wir gerne mehr Zeit in Myanmar verbracht, aber vielleicht waren wir ja nicht das letzte mal hier. Es gibt noch viel zu sehen, und in der kurzen Zeit hatten wir gerade genug Zeit, um einen kurzen Einblick zu gewinnen. Für Bangkok hatten wir kein Programm gebucht, da wir schon ein paar  mal dort waren und uns dementsprechend bereits etwas auskennen und die Infrastruktur dort sehr gut ist. Außerdem kann man eine Menge Geld sparen, wenn man auf eigene Faust loszieht.

09.01.05 Ankunft in Bangkok
Als wir In Frankfurt ankamen, erfuhren wir, dass sich unser Flug von 21:00 auf 22:30 verzögerte. Trotzdem kamen wir nur mit ca. 1 Stunde Verspätung an. Der Flug war sehr entspannt, was daran lag, dass wir zwei Sitzplätze am Notausgang, neben der Bordküche hatten. Dadurch hatten wir viel Beinfreiheit, und waren bestens mit Getränken versorgt. In Bangkok angekommen, nahmen wir ein Taxi zum Hotel. Wir hätten den Fahrer wahrscheinlich besser das Taximeter einschalten lassen sollen, anstatt uns vorher nach dem Preis zu erkundigen. So kostete uns die Fahrt 800 Baht incl. der Straßengebühren, das sind ca. 16 Euro.

Lobby


Das Royal Orchid Sheraton Hotel ist direkt am Fluss Chao Praya gelegen, und alle Zimmer haben Blick auf den Fluss. Am ersten Abend haben wir erst das Hotel und dann das angeschlossene Shopping Center erkundet. Da wir einige Mitbringsel brauchten, eine angenehme Abwechslung. Im Sheraton gibt es jeden Abend traditionelle Thai Vorführungen mit Musik und Tanz. Wir beschlossen, hier am reichhaltigen und sehr guten Buffet Abend zu essen, und haben dies sehr genossen. Dabei konnten wir die verschiedensten Boote auf dem Chao Praya beobachten. Von Party Booten über Fähren und Linienbooten bis zu geradezu winzigen Booten, die 4 oder 5 Containerboote hinter sich herzogen. Dabei beobachteten wir den Fluss, wie er von Nord nach Süd floss, und große Mengen Grünzeug mit sich führte. Umso größer war unsere Verwunderung, als sich das selbe Grünzeug am nächsten morgen wieder in die andere Richtung, also nach norden bewegte. Warum das so ist, haben wir bisher noch nicht herausgefunden.

Nachtaufnahme Bangkok
Tanz
Blick aus dem Hotelzimmer über den Chao Praya Thai Tanz im Hotel

 

 

10.01.05 Bangkok

Heute beschlossen wir ins Wat Arun zu fahren und eventuell die schwimmenden Märkte zu besuchen. Da es für die Märkte bereits zu spät war, beschränkten wir uns auf die Tempelanlage. Mit dem öffentlichen Touristenboot kamen wir dort incl. Fähre für 10 Baht pro Person an. Die Tempelanlage ist sehr interessant, besonders der Mittelpunkt. Dieser Teil ist mit unzähligen Keramiken und -Bruchstücken verziert. Es finden sich unzählige verschiedene Teller und Unterteller wieder, die teilweise auch von der Bevölkerung gespendet wurde. Nach diesem Besuch überlegten wir, ob wir weiter mit dem Boot fahren sollten, oder zurück. Wir entschlossen uns zurück zu fahren und wollten im Zentrum Bangkoks noch etwas Zeit verbringen. Nach dem wir mit dem Boot zur Syktrain Station gefahren und mit dem Skytrain in der Stadt, direkt am Siam Zentrum waren, holte uns das Jetlag und die nicht gerade erholsame Nacht ein. Also erstmal wieder zurück, diesmal mit dem Taxi und ins Bett, den Schlaf nachholen.
Ines hat sich anschließend eine eine sehr entspannende Aroma-Massage gegönnt und ich mir eine ausgiebige Dusche. Abends sind wir mit dem Taxi ins Blue Elefant: Das Essen dort war sehr lecker, allerdings mußte ich die Erfahrung machen, dass Krokodil zumindest dort sehr zäh ist. Anschließend ein Besuch im "Dome" im 64. Stock das State Towers: geniale Atmosphäre unter freiem Himmel auf dem Dach, mit Live Band und Cocktails. Das mediterrane Restaurant testen wir vielleicht ein andermal.

Wat Arun

Blue Elephant

Dachterrasse

Im Wat Arun Das Blue Elephant Dachterrasse des State Towers, 64. Stock



11.01.05 Bangkok
Wir haben wieder mal schlecht geschlafen, ab 03:00 kaum ein Auge zugemacht. Als es dann doch noch geklappt hat, klingelt der Wecker. Wir frühstücken diesmal am Fluss, draußen auf der Terrasse. Irgendwie haben wir das Gefühl, seekrank zu sein und beschließen, am nächsten Tag drinnen zu frühstücken. Wir warten auf Peter, den wir eigentlich um 10:30 in der Hotellobby treffen sollte, damit er mit uns nach Patthaya fährt. Da unser Hotel uns anscheinend nicht auf der Gästeliste hatte, kam er nicht?! Na, ja wir legen uns eben an den Pool und verschieben den Ausflug auf morgen. Der Pool ist umgeben von Bäumen und Palmen, nur einen Steinwurf vom Fluss entfernt und dementsprechend laut. Trotzdem unglaublich, wie gut man es schafft, mitten in diesem Großstadtmoloch eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Ines verlegt ihre "heiße Stein" Spa-Behandlung einen Tag vor, während ich etwas auf dem Zimmer schlafe. Danach lassen wir uns mit dem Taxi nach Chinatown, zu einem Markt fahren. Natürlich wollte uns der Fahrer mal wieder erzählen, dass dort gerade alles schließt, wir gehen erst gar nicht darauf ein, inzwischen kennen wir die Tricks, arglose Touristen zu "verschleppen". Eigentlich sollte es ein Rundgang durch ganz Chinatown werden, aber hier gibt es einfach alles. Wir schaffen es nur durch eine der vielen Gassen und kaufen gleich 15 Uhren ein. Hier wuselt es nur von Händlern und Käufern, einige Essenshändler versorgen die Menschen mit gekochtem Mais, gegrilltem, Getränken usw. Ganz besonders gefallen mir die elektrischen Fliegenklatschen, die eigentlich keine Klatschen sind, sondern aussehen wie Tennisschläger und mittels Akku 2,5kV Hochspannung erzeugen, die die Fliegen dann zwischen Drahtgittern zerknallen lassen. :-) Abends dann ein leckeres und günstigs Abendessen im gemütlichen Hof des Cabbages & Condoms. Auf dem Heimweg kauften wir noch einen zusätzlichen Koffer, um die ganzen Mitbringsel unterzubringen. Die Suche nach einem günstigen Taxi erwies sich als nervig: mindestens 5 Fahrer wollten das Taximeter nicht einschalten und uns so mal wieder abzocken. Dafür bekam der letzte, den wir fragen mussten gleich einen interessanten Auftrag für morgen: uns nach Pattaya zu fahren. Im Hotel holten wir dann noch unseren Begrüßungscocktail nach bevor wir ins Bett fielen.

Chinatown Chinatown

Cabbages & Condoms

Chinatown Die engen Gassen Chinatowns Das Cabbages and Condoms



12.01.05 Bangkok, Pattaya
Wir haben wieder mal schlecht geschlafen. Diesmal frühstücken wir drinnen, aber irgendwie fühlen wir uns trotzdem wieder seekrank. Auf dem Weg zum Zimmer begegnet uns schon unser Fahrer "Na", er ist überpünktlich. Scheint ein interessanter Auftrag für ihn zu sein. Die Taxikosten nach Pattaya unterscheiden sich je nach Absprache, wir zahlten 1500 Baht plus ca. 100 Baht Autobahngebühren pro Strecke. Wir halten kurz auf dem Weg noch an der Bangkok Bank, um das gesammelte Geld für Aung einzuzahlen. Nach ca. 2,5h Fahrt, und langem suchen sind wir endlich angekommen. Jetzt sehen wir endlich mal Peter, Kanya und das Restaurant sowie die Apartments, die sie hier vermieten. Peter macht auch Touristenführungen, und fährt uns mit seiner alten S-Klasse aus den 60er Jahren durch Pattaya. Wir besuchen hier einen Aussichtspunkt und 2 Tempel, dort kaufen wir einige Schutzbriefe und Buddhafiguren. Außerdem halten wir noch in einem Großhandel und kaufen weitere Souvenirs. Da Peter das Restaurant gegen 17 Uhr öffnet, fahren wir mit ihm kurz nach Hause, damit er sich umziehen kann. Er wohnt sehr idyllisch, außerhalb in einem kleinen Häuschen, das er hier gebaut hat. Jetzt können wir auch verstehen, warum er hier bleiben möchte. Wieder in der Stadt angekommen genehmigt sich Ines eine Fußmassage für 250 Baht, während ich kurz ins Internetcafe gegenüber gehe. Wir essen noch eine Kleinigkeit im romantischen Garten bevor wir wieder nach Bangkok fahren. Gegen 24 Uhr ist alles gepackt, morgen geht es weiter nach Myanmar, um 6 Uhr kommt unser Taxi (hoffentlich).

Reklametafel

Buddhas

Pattaya

Riesige Reklametafel Buddhastatuen im Tempel Pattaya



13.01.05 Myanmar 1. Tag: Yangon
Unser Taxi kam wieder mal pünktlich und brachte uns zum Flughafen. Wir vereinbarten einen Preis, ohne das Taximeter zu verwenden. Das erklärte auch, warum sich unser Fahrer nach nur 3 Stunden Schlaf wieder zur Arbeit machte. Vormittags dann Ankunft in Yangon, wo uns Aye (gesprochen "E") erwartete, und uns mit "Mingalaba" begrüßte, was im Burmesischen einen Gruß, etwa wie "Guten Tag" bedeutet. Sie ist eine liebenswürdige Burmesin in unserem Alter. Außer uns waren nur noch zwei weitere Personen in der kleinen Gruppe: Gerd und Maria aus Jena, beide pensioniert und sehr nett. Unsere Befürchtung, wir könnten in eine 15-köpfige Reisegruppe kommen hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet, und so konnten wir alles sehr individuell abstimmen. Zunächst brachten wir erst einmal unser Gepäck ins Hotel, das Trader´s (gehört zur Shangri-La Kette). Unser Zimmer im 18. Stock bot einen sehr schönen Ausblick über süd-ost Yangon. Schon auf dem Weg zum Hotel erkannten wir, dass Myanmar völlig "anders" ist. Die Zeit scheint hier in der Mitte des 20. Jahrhunderts stehen geblieben zu sein. Außer einiger "modernerer" Autos, die in Deutschland wohl längst dem TÜV zum Opfer gefallen wären sehen wir hier viele Menschen zu Fuß, auf Ochsen oder Pferdekarren, Fahrrädern oder unglaublich voll gestopften Bussen, Traktoren oder Pick-Ups. Jeder mögliche Platz wird ausgenutzt, sogar auf den Dächern. Busse haben auf den Dächern Sitze, auf denen sich meist die Männer niederlassen. Was uns ebenfalls gleich aufgefallen ist, ist dass die Bevölkerung fast ausschließlich Einheitssandalen und Wickelröcke, so genannte Long-Yi (sprich: Longdschi) trägt. Auch praktisch alle Männer tragen sie. Dafür fallen die Kleidungsstücke umso bunter aus. Viele Frauen tragen Thanaka-Paste auf den Wangen, was eine schönere Haut und Schutz vor Sonne verspricht. Diese Paste wird aus dem Thanakabaum gewonnen, indem die Rinde auf einem Mühlstein mit Wasser verrieben wird.
In Yangon besuchten wir zunächst eine riesige liegende Buddha Statue (Chaukhtat Gyi). Außer der imposanten Statue ist uns aufgefallen, dass einige Wände und Teile der Decke komplett mit Namen und Wohnort der Spender "gepflastert" sind. Jeder, der hier eine größere Summe (etwa ab 100 US Dollar) gespendet hat, ist hier aufgeführt darunter auch einige deutsche.
Am Hafen besuchten wir Handelsschiffe, die Reis brachten. Es war ein eifriges Ausladen, mit -zig Arbeitern, die sich jeder einen Sack Reis und ein farbig markiertes Holzstäbchen nahmen und hinauf an Land in verschiedene Lastwagen brachten. Einer der Händler lies jeden Sack kontrollieren, indem er ein spitzes, dünnes Röhrchen hinein stechen ließ. Der daraus rieselnde Reis wurde kontrolliert. Diese Arbeit ist für uns unvorstellbar, nicht einmal einfache Hilfsmittel wie Kräne oder Förderbänder gibt es.

Liegender Buddha

Reisbarkasse

Händler

Liegender Buddha Chaukhtat Gyi

Ausladen der Reisbarkassen

Händler verkaufen Bethel an den Barkassen

Das Highlight dieses Tages war sicher der Besuch in der Shwedagon Pagode, deren Kuppel 98 Meter hoch ist und angeblich mit 60 Tonnen reinem Gold bedeckt ist. Ob das stimmt? Schwer zu sagen, die Kuppel ist für Besucher nicht zugänglich. Zudem soll auf die Spitze der Kuppel mit sehr vielen riesigen Edelsteinen und Diamanten besetzt sein. Diese Anlage ist in jedem Fall die imposanteste Pagode, die wir bisher je gesehen haben. Überall Gold, Stupas und Buddhastatuen. Im Licht der Abendsonne ein unvergessliches Erlebnis. Hier erfahren wir auch etwas mehr über den Theravada Buddhismus und die sich darum gebildeten Bräuche. Zum Beispiel verehren die Menschen hier die Statuen der Wochentage, an dem sie geboren wurden, z.B. Samstag (Schlange), Dienstag (Löwe), Sonntag (Garuda-Vogel), Montag (Tiger), Mittwoch Vormittag (Elefant mit Stoßzähnen), Mittwoch Nachmittag (Elefant ohne Stoßzähne), Donnerstag (Ratte), Freitag (Meerschweinchen),
Abends besuchten wir kurz einen Markt am Rande Chinatowns Yangons und besorgten uns ein paar frische Mandarinen und burmesische Zigarren als Souvenir.

Chedi

Reisegruppe

Zwei Burmesinnen

Chedi der
Shwedagon Pagode

Unsere kleine Reisegruppe

Zwei Burmesinnen


14.01.05 Myanmar 2. Tag: Yangon-Mandalay
An zweiten Tag in Myanmar mussten wir wieder früh aufstehen, da unser Flug nach Mandalay gleich als erstes auf dem Plan stand. Mit einer kleinen französischen Propellermaschine ging es mit einem kurzen Zwischenstop in Bagan nach Mandalay. Aus der Luft konnten wir schon erahnen, was uns in Bagan erwartet, etliche Pagoden, soweit das Auge reicht.

Nach der Ankunft fuhren wir mit einem weiteren kleinen Bus in die Stadt. Dort besuchten wir eine Weberei. Neben den manuell betriebenen Webstühlen gibt es in der Nachbarschaft auch alte Maschinen, die allem Anschein noch aus der Kolonialzeit stammen. Nicht weniger ungewöhnlich war der folgende Besuch im Mönchskloster Mahagandayon im nahe gelegenen Ort Amarapura. Dort leben über 1000 buddhistische Mönche. Wir kamen sicher nicht ganz zufällig in der Mittagszeit dort an, als alle beim Essen waren. Das Bild, das sich uns bot war sehr interessant und irgendwie auch schön. Viele Mönche in ihren roten Gewändern nebeneinander beim Essen. Im Gegensatz zu dem Mönchen in Thailand, die orange Gewänder tragen und nur einmal am Tag essen dürfen.
Anschließend fuhren wir zur ca. 1,2km langen U Bein Brücke, die vor über 100 Jahren aus Teakholz gebaut wurde, als Amarapura noch die königliche Hauptstadt Birmas war.
Weiter ging es zu Handwerksbetrieben, die Kalaga-Wandteppiche und Marionetten herstellen. Später in Bagan haben wir uns auch einen kleine geschmitzte Elefantenmarionette als Souvenir gekauft. Danach waren wir noch in der Mahamuni Pagode, deren Buddhastatue von etlichen schichten Blattgold überzogen ist. Da dei Figur erhöht steht und keine Frauen hinauf dürfen, machte ich mich alleine auf den Weg, um sie näher zu sehen. Kaum dort angekommen drückte mir ein Wärter ein Papier mit Blattgold in die Hand und macht Gesten, dass ich es auf die Statue kleben soll. Ich habe mir also eine Stelle ausgesucht und beklebt. Danach gab er mir noch zwei Blätter zum ankleben. Ich habe eigentlich erwartet, dass er gleich die Hand aufhalten würde, damit ich ihm Geld gäbe, aber nichts geschah. Nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten fuhren wir weiter an den Fluss, wo wir die Einheimischen beobachten konnten, wie sie Bambus verarbeiten. Der Bambus liegt hier in großen Flößen zusammengebunden auf dem Wasser. Für uns Europäer unglaublich, dass sich die Einheimischen hier im Fluss waschen, ihr Geschirr abspülen sowie Waschfrauen die Kleider waschen. Für unsereins würde das eine mittlere gesundheitliche Katastrophe bedeuten.
Danach ging es zu der im Stadtzentrum von Mandalay gelegenen Nachbildung des alten Königspalastes, der quadratisch von Mauern und einem 52m breiten Wassergraben umgeben ist. Jede der Mauern ist ca. 2km lang. Innerhalb der Mauern der alten Palaststadt wohnen heute unter anderem Soldaten.
Die nächste Station war die Kutho-Daw Pagode, hier befindet sich das "Größte Buch der Welt". Auf 729 Marmortafeln ist in alter burmesischer Schrift die Tipitaka, die Schriften des Theravada Buddhismus, in der alten Schrift Pali gemeißelt. Alleine um sie durchzulesen, braucht es lange Zeit, und dennoch gibt es eine Handvoll Mönche, die sie auswendig gelernt haben. Danach machten wir noch einen kurzen Abstecher zu einem alten Teak Holz Haus, das ursprünglich im Königspalast stand, aber glücklicherweise vor dessen völliger Zerstörung durch ein Feuer abgebaut und außerhalb wieder aufgebaut wurde. Zur letzten Station heute geht es auf den Berg von Mandalay, um den Sonnenuntergang über der Stadt zu sehen. Hier versammeln sich abends viele Besucher, unter anderem auch ein einheimischer Englischlehrer, der hier seine Sprachkenntnisse aufbessert. Sein Ziel ist, Reiseleiter zu werden. Das Publikum hier ist sehr international, was ihm sicher auch helfen wird, hier mehr über die Welt zu erfahren.
Nach diesem wirklich anstrengendem Tag fahren wir ins Hotel, das Mandalay Swan, wo wir unsere Reiseleiterin Aye zum Buffet einladen, da es mit 8 USD für ihre Verhältnisse viel zu teuer ist. Weil das Hotel etwas einheimische Musik und Tanz bietet sind wir auch ganz froh darüber, da sie uns so einige Erklärungen zum Tanz und den Marionettenvorführungen geben kann.

Straße nach Mandalay Mönche Kinder
Ein Bauer an der Straße nach Mandalay Mönche beim Mitagessen im Kloster Mahagandayon Kinder mit Tanakapaste auf den Wangen


15.01.05 Myanmar 3. Tag: Mandalay-Bagan
Nach dem Frühstück starteten wir in Richtung Bagan. Wir richteten uns aus einen Tag im Bus ein, ein kleiner Ausgleich zum stressigen Tag gestern. Gleich nach dem Verlassen des Hotels boten sich bereits sehr außergewöhnliche Bilder. Etliche Nonnen liefen mit ihren Töpfen nacheinander vom Kloster Richtung Stadt. Dabei hatten Sie Tücher auf ihrem Kopf, die sie morgens gegen die "Kälte" und Mittags gegen die Hitze schützen sollen, da sie sich genau wie die Mönche ihre Haare abgeschnitten haben. Außerdem sehen wir die wie üblich vollgestopften Busse und Autos mit Mönchen, die ebenfalls auf Nahrungssuche sind. Doch bevor wir richtig losfahren, noch ein kurzer stopp in einer Blattgoldwerkstatt, hier wird in Handarbeit Blattgold hergestellt. Dazu wird das Gold schichtweise in spezielle Bambusblättchen eingepackt, mit einer Hülle aus Leder, und jeweils 30 Minuten gehämmert. Hier können 4 Männer gleichzeitig hämmern, alle im gleichen Rhythmus, nacheinender abwechselnd. Danach werden die breit- und heißgeklopften Blättchen geviertelt oder gesechstelt, und wiederum 30 Minuten geklopft und so weiter.. bis das Blattgold wirklich nur noch hauchdünn ist. Passend zu dieser altmodischen Arbeit ist auch die Uhr, die die 30 Minuten anzeigt: Eine Kokosnussschale mit einem kleinen Loch in einem Eimer. Wenn die voll Wasser gelaufen ist, sind die 30 Minuten um.

Nach einigen Stunden Fahrt durch kleinere Dörfer und einige ausgetrocknete Flussläufe kommen wir im Mount Popa Resort an. Der Mount Popa ist ein inaktiver Vulkan, und gleichzeitig mit 1518m die höchste Erhebung im Umkreis. Doch wir sind hier nur auf etwa halber Höhe. Vom Resort aus kann man auf den Taung Kalat hinüber sehen, ein Hügel in der Form eines umgestülpten Eimers aus vulkanischem Auswurf, auf dessen Spitze eine Pagode steht. Nach dem Essen fahren wir genau dort hin, um zunächst die 37 Nats, Geister von verstorbenen zu besuchen. Danach gingen wir die "777" Stufen zur Pagode auf den Gipfel hinauf, während Ines und Aye es vorzogen, auf uns zu warten.
Anschließend fuhren wir weiter nach Bagan. Unterwegs machten wir noch mal kurz Halt bei einer Familie, die und demonstrierte wie Palmschnaps hergestellt wird und Erdnussöl mit Hilfe eines Ochsens und einer simplen Presse gewonnen wird. Das Hotel Ruby True in Neu-Bagan, in dem wir zwei Nächte untergebracht werden sollten stellte sich als recht einfaches, nicht besonders schönes, aber dafür umso liebenswürdigeres Hotel mit einem wirklich exzellentem Service heraus. Abends verwandelte sich dazu noch praktisch das gesamte Hotelpersonal zu Marionettenkünstlern und Tänzern, und unterhielt uns beim Abendessen.

Blick vom Mt. Popa

Geister-Nats

Palmschnaps

Blick vom Mount Popa Geister - Nats Herstellung von Palmschnaps



16.01.05 Myanmar 4. Tag: Bagan
Am nächsten Morgen machten wir uns auf zu den vielen Pagoden und Tempeln Bagans. Wir besichtigen einen Tempel, auf dessen Chedi man etwas höher steigen kann, und einen schönen Blick über die Ebene hat. Dabei treffen wir auf ein Schweizer Paar, das mit dem Fahrrad durch Myanmar reist, und schon zum sechsten mal hier ist. Generell trifft man nicht viele Touristen hier, was wir als sehr angenehm empfinden. Leider sind vor den Tempeln allerdings bereits viele Souvenirverkäufer, die allerdings noch eher zurückhaltend verkaufen, verglichen mit anderen Ländern. Aber sicher ist es nur eine Sache der Zeit, bis Myanmar touristisch besser erschlossen und bekannt ist.

Tempelfest

Ebene von Bagan

Blick auf einen Tempel mit goldenem Chedi. Männer tragen Tische für das anstehende Tempelfest Blick vom Tempel in die Ebene Bagans. Hier stehen heute noch über 2000 Pagoden.

Danach besuchten wir einen Markt in Bagan. Interessant, was hier angeboten wird. Besonders aufgefallen sind uns die Schneider, die hier vor Ort mit alten fußbetriebenen Nähmaschinen arbeiten. Außer den üblichen Lebensmitteln gibt es viele einheimische Besonderheiten, wie Lackarbeiten, Bethel, Burmesische Zigarren, Seife und "Haarshampoo", das aus in einem Beutel in einer seltsam aussehenden Flüssigkeit eingelegten Pflanzen besteht.

Schneiderin

Alte Frau

Markt

Melonen

Betel

Schneiderin auf dem
Markt von Bagan
Alte Frau mit Zigarre
auf dem Markt
Marktszene Eine
Melonenverkäuferin
Diese Frau verkauft
Bethelnüsse und -blätter

Vor dem Mittagessen am Ayeyarwaddy Fluss besuchten wir noch einige weitere Tempel und Pagoden, in denen wir einiges über die verschiedenen Epochen und der Darstellung Buddhas erfuhren. Im Einzelnen waren das: Shwezigon Pagode, Khay Min Ga Tempel mit einer tollen Aussicht, Ku Byanuk Gyi Tempel mit Wandmalereien - die waren mal wirklich interessant :-), und Ananda Tempel mit vier großen stehenden Buddhafiguren.
Nach dem Mittagessen besuchten wir eine Manufaktur für typisch burmesische Lackarbeiten. Was wir ursprünglich für Plastik hielten erwies sich als enorm aufwändige Handarbeit. Wir sahen hier zwei Arten, einerseits Bambus und Pferdehaar, das ganz dünnwandig geflochten wird, und andererseits aufgewickelte Bambusstreifen, die eine stabilere Form ergeben. Wir haben einige dieser Schalen als Souvenir und eigentlich auch um sie zu gebrauchen mitgebracht, aber der Lacküberzug dunstet noch lange aus, und wahrscheinlich werden wir sie zumindest nie für Lebensmittel verwenden können. Abends fuhren wir noch mit der Pferdekutsche zu den Pagoden, von denen wir zwei bestiegen. Innen ist es zwar dunkel und eng, aber der Blick lohnte sich, besonders zum Sonnenuntergang. Eines der ungeplanten Highlights dieses Tages ist sicher das Tempelfest, zu dem verschiedene Dörfer in Prozessionen Bananen und andere Früchte als Opfer brachten. Vorne die Kinder, dann Mädchen und Frauen. Dahinter gingen die Männer, die mit Instrumenten und Gesang Musik machten. Jedes Dorf hatte seine eigene Prozession und damit auch seinen eigenen Stil.

Handwerk

Handwerk2

Ballon

Tempelfest

 

Ein Mann stellt Schalen her, in dem Bambusstreifen aufgewickelt werden... ...die anschließend lackiert und getrocknet werden. Die Schalen werden später kunstvoll verziert. Man kann die Pagoden auch mit dem Ballon erfahren. Menschen tragen Bananen und andere Opfer in einer Prozession zum Tempelfest


17.01.05 Myanmar 5. Tag: Bagan-Yangon-Bangkok
Gleich nach dem Frühstück ging es mit dem Bus zum Flughafen und mit dem Flieger nach Yangon. Dort hatten wir eigentlich nichts mehr auf dem Programm stehen, also besuchten wir spontan eine Gärtnerei, und weiße Elefanten. Von denen konnten wir leider keine Fotos machen, aber es ist wahrscheinlich auch besser so, denn sie leben unter schlechten Bedingungen. Sie stehen zur Schau gestellt, angekettet mit einer kurzen Fußkette unter einem Dach auf einer Betonplattform. Den ganzen Tag bis abends und das jeden Tag. Kein Wunder dass sie uns verhaltensgestört vorkamen weil sie ständig herumwippten, wohl um wenigstens etwas Bewegung zu haben. Nachmittags hatten wir dann ein leckeres Mittagessen in einem französischen Restaurant, bevor unsere kurze aber eindrucksvolle Myanmar Rundreise zu Ende ging und es abends weiter nach Bangkok ging.

Orchidee

Nummernschild

Schiff

 

 

Da wir noch etwas Zeit hatten besuchten wir eine Gärtnerei. Ein burmesisches Nummernschild Ein "Schiff" auf dem See in Yangon




18.01.05-24.01.05 Bangkok-Koh Samui-Heimreise



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